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Ruuuutsch!

Spielplätze sind ein super Ort für Beobachtungen aller Art. Einerseits kann man den Kindern zuschauen, wie sie alleine oder gemeinsam spielen. Und andererseits kann man auch die Eltern und anderen Begleitpersonen beobachten. Lassen Sie den Kindern ihren Freiraum, sind sie interessiert oder hängen sie selber mehr „am Handy“… (ähm, am Spielplatz passiert mir das selten, aber in anderen Fällen schon auch öfters…)

Besonders tolle Orte zum Zuschauen sind Spielgeräte, wo Erwachsene nicht so ohne weiteres eingreifen/helfen können. Meist sind das jene Klettergerüste, Klettertürme und Rutschen, deren Start in mehr als 3 Metern Höhe liegt.

Moritz bringt allzu leicht manche Eltern aus dem Konzept – und das geht so: Moritz klettert in seinem Tempo wo hinauf. Schon beim „Aufstieg“ kann es zu Pausen kommen, wo andere Kinder warten oder um ihn herumklettern müssen. Doch dann kommt erst der wahre Höhepunkt: Der Moment, wenn Moritz oben am Beginn einer Rutsche sitzt. Und dann kann es echt lange dauern. Sei es, weil er selber doch Angst vor der Rutsche hat, sei es, weil er es genießt oben zu sitzen. Oder weil er gerne quasi „Türwärter“ spielt und die Kinder nicht – oder nur nach seinen Belieben – vorbeilässt.

Die meisten Kinder kommen damit gut klar, nicht so jedoch viele Eltern. Ihnen fehlt oft der Blickkontakt zum Rutschenstart und sie können nicht verstehen, wieso „ihr Kind“ nicht und nicht runtergerutscht kommt. Nach 1 Minute werden viele schon ganz nervös und rufen „Ruuuuutsch! Ruuuuuutsch endlich!„. Dann laufen sie zum End der Rutsche (oft eine Tunnelröhre und rufen dort nochmals rein: „Warum ruuuutscht Du nicht?

Ich habe den Vorteil einer langjährigen Erfahrung mit Moritz und kann Sie, liebe Eltern, beruhigen: Es sind noch immer alle Kinder wieder runtergekommen – und mir ist kein Vorfall bekannt, dass es etwa einen „Rettungshubschraubereinsatz“ gebraucht hätte 😉

Lassen Sie Ihrem Kind und den anderen Kindern den Freiraum Spielplatz. Hier müssen die Kleinen nicht „funktionieren“ wie ein Uhrwerk und nicht dauernd aufpassen wie im Straßenverkehr. Nehmen Sie sich wenn möglich viel Zeit für den Spielplatz, so dass man nicht allzu früh wieder zum Aufbruch rufen muss.

Apropos Spielplatz: Gerne kann ich noch aktuell vom „Flying Fox“ berichten. Im vielen Parks gibt es diese kleinen „Seilbahnen“ (siehe Foto). Ich schätze mal, die meisten Kinder können das im Alter von 3 oder 4 Jahren. Moritz war auch schon jahrelang sehr interessiert, aber die Überwindung war zu groß. Letzte Woche, kurz nach seinem 9. Geburtstag, war es nun soweit. Da haben wir zufällig einen „Flying Fox“ gefunden, der sehr bodennahe verläuft – und dann ging dann richtig die Post ab. Was für eine Freude für Moritz (und für uns Eltern beim Zuschauen).

Moritz am Flying Fox

2 Antworten auf „Ruuuutsch!“

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